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Zusammenfassung der Entscheidung der Bürgerbeauftragten im Fall 454/2014/PMC betreffend die Praxis des Europäischen Auswärtigen Dienstes, unbezahlte Praktika in EU-Delegationen anzubieten

Die Bürgerbeauftragte untersuchte die Praxis des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EAD), in den EU-Delegationen ausschließlich unbezahlte Praktika anzubieten. Die Untersuchung beruht auf einer Beschwerde einer jungen Unionsbürgerin, die ein unbezahltes Praktikum absolviert hatte. Deren Auffassung nach diskriminiere der EAD im Zuge dieser Praxis junge Menschen aus weniger wohlhabenden Verhältnissen.

Die Bürgerbeauftragte ist der Ansicht, dass die Praktika in den EU-Delegationen möglichst vielen Menschen offenstehen sollten, d. h. nicht nur Personen, die sich dies auch leisten können. Nach Auffassung der Bürgerbeauftragten können unbezahlte Praktika zu Diskriminierung führen, da es sich Personen aus weniger wohlhabenden Verhältnissen seltener leisten können, solche Praktika zu absolvieren. Die Bürgerbeauftragte kam zu dem Schluss, dass die Praxis des EAD, Praktikanten in den EU-Delegationen nicht zu bezahlen, einen Missstand in der Verwaltungstätigkeit darstellt. Sie empfahl dem EAD daher, allen Praktikanten, d. h. auch jenen, die in den EU-Delegationen tätig sind, eine angemessene Vergütung zu zahlen.

Der EAD teilte der Bürgerbeauftragten nach Erhalt der Empfehlung mit, dass man Mittel für die Vergütung der in den EU-Delegationen tätigen Praktikanten beantragt und die unbezahlten Praktika in der Zwischenzeit ausgesetzt habe.

Die Bürgerbeauftragte bewertet diese Reaktion als ernsthaftes Engagement des EAD dahingehend, dass dieser alles in seiner Macht stehende tut, um die in den EU-Delegationen tätigen Praktikanten zu bezahlen. Die Entscheidung, ob die Praktikanten künftig eine Vergütung erhalten, hängt dem EAD zufolge nun davon ab, ob die Haushaltsbehörde die erforderlichen Mittel bewilligt. Da der EAD der Empfehlung der Bürgerbeauftragten gefolgt ist, schließt die Bürgerbeauftragte diesen Fall.